Umwandlungssatz und berufliche Vorsorge

Richtige Weichen für die Zukunft stellen

für Fachpersonen

Warum passt die Nest Sammelstiftung den Umwandlungssatz weiter an?

Unser Auftrag ist es, eine sichere und nachhaltige berufliche Vorsorge anzubieten. Wir streben bestmögliche Renten und attraktive Zusatzleistungen für unsere Versicherten an.

Dabei sind nachhaltige Anlagen das Fundament, auf dem wir unsere Geschäftstätigkeit aufbauen.

Um unseren Auftrag langfristig erfolgreich erfüllen zu können, beobachten wir gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen sehr genau und reagieren mit umsichtiger Geschäftspolitik, wann und wo es notwendig ist.

Die steigende Lebenserwartung, die tiefen Zinsen sowie die wirtschaftlichen Perspektiven haben uns dazu veranlasst, eine weitere Senkung des Umwandlungssatzes zu beschliessen.
Der Stiftungsrat beobachtet und analysiert weithin sehr aufmerksam die Entwicklungen und wird bei einer Verbesserung sofort auch im positiven Sinne reagieren.

Die Einzelheiten dazu fassen wir im vorliegenden Dossier zusammen.

Welche Faktoren beeinflussen den Umwandlungssatz?

Die Höhe des Umwandlungssatzes wird im Wesentlichen durch zwei Grössen bestimmt:

1. Die voraussichtliche Lebenserwartung der Rentner/Innen:

Sie ist in den letzten 30 Jahren signifikant angestiegen. Dies hat Konsequenzen. Denn mit der steigenden Lebenserwartung steigt auch die durchschnittliche Bezugsdauer der Renten. Das angesparte Altersguthaben muss also für einen längeren Zeitraum reichen. Der aktuelle Umwandlungssatz berücksichtigt diese Entwicklung nicht.

Die folgende Grafik zeigt die Entwicklung der Lebenserwartung, ab Alter 64/65, getrennt nach Geschlecht.

Quelle: Raymond Kohli, Aktuelle Sterblichkeitsentwicklung in der Schweiz, PPCmetrics Tagung 22.6.2018
2. Der technische Zinssatz:

Er ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Damit die Verzinsung der Rentenkapitalien selbstdeckend finanziert werden kann, muss eine Pensionskasse eine Rendite in der Höhe von mindestens dem technischen Zinssatz erwirtschaften. Falls die Rendite tiefer ist, entstehen Verluste, die von den Pensionskassen und damit von den aktiven Versicherten getragen werden müssen.

Die folgende Grafik zeigt den für einen bestimmten Umwandlungssatz notwendigen technischen Zinssatz für einen Mann im Alter 65, Jahrgang 1955, VZ 2015

Quelle: DEPREZ Experten AG

Wie wirkt sich das aus?

Die zunehmende Lebenserwartung und der sinkende technische Zinssatz bewirken also, dass Pensionierten mehr ausbezahlt wird, als sie in ihrer aktiven Zeit angespart haben. Der aktuelle Umwandlungssatz ist gemessen an ihrer gestiegenen Lebenserwartung deutlich zu hoch angesetzt.

Die fehlenden Mittel müssen von der Pensionskasse finanziert werden. Dafür werden auch seit jeher Rückstellungen getätigt. Die Nest Sammelstiftung hat für diese Pensionierungs­verluste Ende 2019 knapp CHF 80 Millionen bereit gestellt. Bei unveränderten Umwand­lungssätzen würde der Bedarf an Rückstellungen aber in den nächsten Jahren auf rund CHF 160 Millionen steigen. Mit der beschlossenen Senkung der Umwandlungssätze wird diese Entwicklung gebremst.

Wie steht die Nest Sammelstiftung im Vergleich zu anderen Sammelstiftungen da?

Die aktuelle Situation trifft alle Vorsorgeeinrichtungen. Nach dem Nein des eidgenössischen Stimmvolks zur «Reform der Altersvorsorge 2020» im September 2017 haben die meisten Sammelstiftungen begonnen, ihre Umwandlungssätze zu senken. Mit diesem Schritt liegt Nest gut im Schweizer Durchschnitt.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die gültigen Umwandlungssätze (in %) ausgewählter Vorsorgeeinrichtungen (Stand 8.6.2020).

Wichtiger Hinweis:
Dieses Merkblatt dient Ihrer Information. Massgebend ist jedoch das Reglement der Nest Sammelstiftung.