Umsetzung

Die Umsetzung der Nachhaltigkeit erfolgt bei Nest durch die gezielte Investition in nachhaltige Anlagen respektive Nichtberücksichtigung von nicht nachhaltigen Anlagen und durch die aktive Einflussnahme auf Unternehmen. Bei der gezielten Investition respektive Nichtberücksichtigung, im Fachjargon auch Selektion genannt, wird gemäss einem Nest-spezifischen Nachhaltigkeitsprozess ein Anlageuniversum konstruiert, das mit den Nachhaltigkeitsgrundsätzen übereinstimmt. Bei gewissen Anlageklassen, wie beispielsweise Infrastruktur, wird dagegen gezielt in nachhaltige Sektoren, Unternehmen oder Projekte investiert. Bei der aktiven Einflussnahme, auch Active Ownership genannt, wird durch die Ausübung von Stimmrechten (bei Aktien) oder durch Dialoge mit den investierten Unternehmen deren Entwicklung in Richtung der Nachhaltigkeitsziele gefördert.

 

Wollen Sie mehr über die Umsetzung der Nachhaltigkeit in den einzelnen Anlageklassen wissen?
Dann klicken Sie in der folgenden Darstellung auf die einzelnen Felder.

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Aktien- und Obligationenportfolio: Selektion

Die Selektion bei den liquiden Anlagen erfolgt über ein Nachhaltigkeitsrating. Dazu wurde zusammen mit der Nachhaltigkeitsrating-Agentur Inrate der Best-in-Service-Ansatz entwickelt. Dieser setzt die Nachhaltigkeitsgrundsätze von Nest in ein investierbares Titeluniversum um. Dieser Ansatz besteht aus zwei Komponenten: Ausschlüsse (Negative Screening) und Rating (Positive Screening).

Der erste Teil besteht aus den Ausschlusskriterien, die auch im Anlagereglement aufgelistet sind. Sie sind notwendig, um Investitionen in Unternehmen zu vermeiden, die durch ihre Produkte oder Geschäftspraktiken unvereinbar mit einer nachhaltigen Entwicklung sind.

Folgende Ausschlusskriterien setzt Nest um:

  • Kernenergie
  • Gentechnologie in der Landwirtschaft
  • Umstrittene medizinische Gentechnologie
  • Rüstung
  • Unterstützung von Gewaltregimes
  • Geldwäscherei und Korruption
  • Verletzung grundlegender Arbeits- und Menschenrechte
  • Kinder- und Zwangsarbeit
  • Unzureichende Entschädigung indigener Bevölkerung sowie Biopiraterie
  • Alkohol, Tabak, Pornografie und Glücksspiel

 

Beim zweiten Teil werden die Anlagen mit einem Nest-spezifischen Nachhaltigkeitsrating eingeschätzt. Anhand davon werden diejenigen Anlagen identifiziert, welche positiv zu den Nachhaltigkeitszielen von Nest beitragen (Positive Screening).

 

Das Nest-spezifische Nachhaltigkeitsrating analysiert Unternehmen, die vergleichbare Dienstleistungen und Produkte (Services) anbieten, hinsichtlich ihrer Auswirkungen (Impact) auf Umwelt und Gesellschaft. Dieser Nachhaltigkeitsansatz wird Best-in-Service genannt. Die Service-Sektoren werden nach den Bedürfnissen der Gesellschaft gegliedert. Neben dem Service-Sektor Energie gibt es weitere Sektoren wie beispielsweise Transport, Gesundheitswesen oder Informationstechnologie. So werden im Service-Sektor Transport zum Beispiel Fluggesellschaften mit Autoherstellern, öffentlichen Verkehrsmitteln usw. verglichen, was zur Konsequenz hat, dass Fluggesellschaften aus Nest-spezifischer Nachhaltigkeitssicht nicht investierbar sind. Dies ist ein wesentlicher Unterschied zum üblichen Nachhaltigkeitsansatz Best-in-Class, bei dem Unternehmen in derselben Branche (wie beispielsweise Flugzeughersteller) analysiert werden. Dieser Ansatz führt dazu, dass weiterhin in Fluggesellschaften investiert wird. Weiter hervorzuheben ist, dass in dieser Bewertung auch die Auswirkungen (Impacts) der Produktion und der Produkte über den ganzen Produktlebenszyklus erfolgt, das heisst Beschaffung, Produktion, Nutzung und Entsorgung. Dabei werden mehrere hundert ökologische und soziale Indikatoren zur Analyse der Nachhaltigkeit eingesetzt. Um investierbar zu sein, darf das Unternehmen sowohl auf ökologischer als auch auf sozialer Ebene nicht unterdurchschnittlich abschneiden und muss mindestens bei einem der beiden Faktoren überdurchschnittlich sein. Das heisst, die ökologische und soziale Bewertung können sich gegenseitig nicht kompensieren. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Ratings ist die Kontroversen-Analyse. Unternehmen können beispielsweise durch kontroverse Geschäftspraktiken negativ in den Medien auffallen. Dies führt zu einem Punkteabzug im Gesamtunternehmensrating oder gegebenenfalls sogar zum Ausschluss.

 

Nur 38% der Aktien sind investierbar

Insgesamt werden allein durch die Ausschlusskriterien 312 Aktientitel des ursprünglichen Aktienuniversums (Standard-Marktindex) von 3’045 Titeln ausgeschlossen. Zum Vergleich: Die empfohlene Ausschlussliste des Schweizer Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) enthält nur gerade 17 Titel. Wenn noch das positive Screening gemäss Rating durchgeführt wird, verbleiben lediglich 38% der Aktientitel, welche für uns investierbar sind. Bemerkenswert ist, dass beim Grossteil der nicht investierbaren Aktientitel (41% bzw. 1’248 Aktientitel) ein ungenügendes Nachhaltigkeitsrating der Grund dafür ist.

Die folgende Grafik zeigt den Anteil an investierbaren Wertpapieren im MSCI ACWI (All Country World Index), in US-Dollar nach Sektoren. Es ist klar ersichtlich, dass für Nest bei den meisten Sektoren weniger als die Hälfte der Titel investierbar ist. Der Energiesektor ist fast gänzlich nicht investierbar, was daran liegt, dass dieser heute immer noch mehrheitlich aus Öl-, Gas- und Kohleproduzenten sowie nuklearen Stromerzeugern besteht.

 

Quelle: Inrate

 

Aktien- und Obligationenportfolio: Active Ownership

Auch als Aktionär nehmen wir unsere Verantwortung hinsichtlich der Nachhaltigkeit wahr und nutzen dabei unsere Rechte.
Im Folgenden wird der Schweiz-spezifische Ansatz beschrieben.
 

Nest nimmt seit 2010 die Stimmrechte im Bereich Aktien Schweiz wahr. Im Jahr 2019 wurde die Durchführung der Stimmrechte von Ethos auf Zrating übertragen. Hier finden Sie die Jahresreports 2019.
 

Zusätzlich sucht Nest den Dialog mit dem Management der Unternehmen (Engagement). Basierend auf dem Nest-spezifischen Nachhaltigkeitsrating werden Ansatzpunkte mit den Unternehmen aufgenommen, damit diese nachhaltiger werden und für Nest investierbar bleiben oder werden. So besteht ein einzigartiges Potenzial, die zwei Nachhaltigkeitsansätze Selektion und Engagement zielorientiert zu verbinden.

 

 

Aktien- und Obligationenportfolio: Beispiele

Adecco

Das Schweizer Unternehmen zählt zu den grössten Personaldienstleistungsanbietern weltweit. Adecco leistet einen positiven Beitrag für die Gesellschaft, in dem es zur Integration von Menschen in den Arbeitsmarkt beiträgt. Ziel des Unternehmens ist es, dass Arbeitssuchende weltweit motiviert, ausgebildet, entwickelt und damit bestens für ihre Zukunft vorbereitet werden.

Die Gruppe ist seit über einem Jahrzehnt ein Unterzeichner des UN Global Compact und richtet ihre organisatorischen Strategien und Arbeitspraktiken im Einklang mit den universellen Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeit, Umwelt und Korruptionsbekämpfung aus. Darüber hinaus setzt sich das Unternehmen aktiv dafür ein, Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren.
 

Eco Rating: +38.5 %

Social Rating: +82.2 %

Geberit

Das weltweit tätige Schweizer Unternehmen ist europäischer Marktführer für Sanitärprodukte. Nachhaltigkeit ist bereits seit Jahrzehnten selbstverständlich. Dies zeigt sich beispielsweise in wassersparenden Produkten oder energieeffizienten Produktionsanlagen. Zudem pflegt Geberit eine Partnerschaft mit der Entwicklungsorganisation Helvetas, die bereits Millionen von Menschen in Entwicklungsländern zu sauberem Trinkwasser verholfen hat. Als zentralen Teil ihres Auftrages sehen beide sauberes Wasser zu den Menschen zu bringen und Abwässer zu entsorgen. Dies ist eine notwendige Grundlage für gesundes Leben und erfolgreiche Entwicklung.
 

Eco Rating: +78.5 %

Social Rating: +107.9 %


Alternative Anlagen

Zu den alternativen Anlagen gehören Infrastrukturanlagen, Insurance Linked Securities, Private Equity und Private Debt. Neben der Erhöhung der Diversifikation bieten diese Anlageklassen auch Möglichkeiten zur Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsansprüche. Im Unterschied zu Aktien und Obligationen haben Investitionen in alternative Anlagen einen viel stärkeren Einfluss auf das zugrundeliegende Unternehmen. Grund hierfür ist, dass nach einer Investition der Anteil am zugrundliegenden Unternehmen aufgrund der Grösse viel höher ist als bei kotierten Anlagen. Dies erhöht auch die Möglichkeiten zur Einflussnahme. So kann Nest gezielt Unternehmen finanzieren, die aktiv einen Strukturwandel für eine nachhaltige Wirtschaftsweise fördern.

 

Alternative Anlagen: Selektion

Nest verfolgt bei den Alternativen Anlagen einen leicht anderen Ansatz als bei den börsenkotierten Anlagen wie Aktien und Obligationen. Die Datenverfügbarkeit auf Unternehmensebene ist in diesen Märkten im Vergleich zu börsenkotierten Märkten geringer. So wird die Selektion in diesen Anlageklassen auf Sektorebene vorgenommen. Beispielsweise wird bei den Infrastrukturanlagen eine Ausschlussliste umgesetzt, was dazu führt, dass primär in nachhaltige Sektoren investiert wird (hauptsächlich in erneuerbare Energien). Bei den anderen illiquiden Anlagen wird falls möglich in bereits nachhaltige Fonds respektive in Direktanlagen investiert.

 

 

Alternative Anlagen: Active Ownership

Nest führt jährlich eine Überprüfung der Portfolios, zum Beispiel in Private Equity und Private Debt, hinsichtlich Nachhaltigkeits-Kontroversen durch. Ziel dieses Prozesses ist die Identifizierung jener Unternehmen, die bezüglich verschiedener Nachhaltigkeitsaspekte ein erhöhtes Risiko für unsere Nachhaltigkeitsgrundsätze darstellen. Diese Beurteilung erfolgt basierend auf Häufigkeit und Schwere von öffentlichen Kontroversen in den Bereichen Unternehmensführung, Soziales und Umwelt. Falls nötig, suchen wir gezielt den Dialog mit den zuständigen Managern (Engagement).

 

 

Alternative Anlagen: Beispiele

Yamo

 

Das noch junge und relativ kleine Unternehmen stellt hochwertigen Brei mit Bio-Zutaten aus der Region für Säuglinge und Kleinkinder her. Im Gegensatz zu den sterilisierten Babybreien von anderen Herstellern, bei denen ein Grossteil der Vitamine und Spurenelemente verloren gehen, bleiben diese im Yamo-Brei grösstenteils erhalten. Zurückzuführen ist dies auf die schonende neue, in Europa noch weitgehend unbekannte Technik der Hochdruckpasteurisation (HPP). Auf Zusatzstoffe wird verzichtet.

Yamo stellt somit im weiteren Sinne auch eine Small-Cap-Alternative zu grossen Nahrungsmittelkonzernen dar, da diese nicht im Anlageuniversum von Nest zu finden sind.

 

 

Off-Grid Electric

 

Das tansanische Unternehmen verfolgt das Ziel, saubere und bezahlbare Energie für alle zu ermöglichen. Es geht um Zugang zu neuen Energiequellen, um das weitverbreitete, gesundheitsschädliche Kerosin aus den Haushalten zu vertreiben und um Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Off Grid Electric arbeitet dazu mit innovativer Hard- und Software, sowie Verteilungs- und Finanzierungssystemen. Die Kunden können die Vorzüge der elektrischen Versorgung geniessen und dank der erschwinglichen Produkte Kosten sparen, wodurch ihre finanzielle Eingliederung gefördert wird.

 

 

Immobilienportfolio: Projektleitung

Immobilien stellen mit 25 Prozent der Investitionen einen wichtigen Bestandteil in unserem Anlageportfolio dar. Wir investieren indirekt über börsenkotierte Immobilienfonds und über nicht börsenkotierte Anlagestiftungen wie auch mit eigenem Team direkt in Schweizer Immobilien. Während bei den indirekten Investitionen die Umsetzung der Nest-spezifischen Nachhaltigkeitsgrundsätze erschwert ist, kann bei den direkt gehaltenen Immobilien konkret Einfluss genommen werden. So werden Nachhaltigkeitskriterien sowohl bei der Sanierung von Bestandesliegenschaften als auch bei Neubauten berücksichtigt. Damit sind die ethischen und ökologischen Aspekte gross und lassen sich gut umsetzen. Eine Übersicht unserer Liegenschaften finden Sie hier.

 

 
Immobilienportfolio: Beispiel

Bauprojekt in Birmensdorf ZH


Das Bauprojekt in Birmensdorf ZH wird als Holzbau mit hinterlüfteter Fassade realisiert. Die Projektentwicklung orientiert
sich an den Standards des SNBS 2.0

Ein angeschlossener Betrieb stellt Masken her

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